Tipps zur Kartengestaltung

Tipps zur Kartengestaltung

 

Tipps zur Kartengestaltung



Welche Papiere kann ich verwenden?

Handgeschöpfte Papiere sind etwas ganz besonderes, da jeder Bogen einzeln von Hand hergestellt wird. Jeder Bogen ist ein Unikat. Und so werden deine Karten auch exklusive Einzelexemplare sein. Grundsätzlich kannst du alle Papiere verwenden, die dir gefallen.

Büttenpapiere und Papiere mit Blüten und Gräsern sind meist sehr ausdrucksstarke Papiere. Sie sind das primäre Gestaltungsmittel. Kombiniere diese Papiere mit schlichten Papieren, die dem Büttenpapier nicht die Show stehlen. Ebenso verfährst du mit den Dekoration oder der Verzierung der Karten. Entscheide dich hier für einfache zusätzliche Elemente und vermeide es die Karte zu überladen. Hier gilt: weniger ist mehr, und deine Karte erhält eine edle und hochwertige Wirkung.

Viele handgeschöpfte Papiere lassen sich nur schwierig bedrucken. Daher ist es einfacher, als Innenkarte oder Einleger ein schlichtes Papier zu wählen, welches dein Drucker gut verarbeiten kann. Als schlichtes Papier kannst du z.B. Algenpapiere oder Recyclingpapiere verwenden. Diese Papiere sind farblich meist etwas natürlicher und passen so besser zu den Naturpapieren als z.B. ein weißes Druckerpapier. Zu den meisten Papieren gibt es auch gleich passende Umschläge.

 

Wie verarbeite ich Naturpapiere?

Das charakteristische an Büttenpapieren ist der schöne unregelmäßige Rand, der beim Schöpfen der Papiere entsteht. Manchmal will man diesen schönen Rand auch bei kleinen Stückchen haben, um das Naturpapier effektvoll zu verwenden. Selten bekommst du deine gewünschten Formate mit einem vierseitigen Büttenrand zu kaufen.
Du kannst das Papier kontrolliert reißen, um einen Büttenrand zu imitieren.

Für gerade Reißkanten knickst du das Papier und feuchtest die Knickstelle mit einem Pinsel und mit Wasser an. Ist das Papier an der Knickstelle durchgeweicht, reißt du die Fasern vorsichtig auseinander. Bei Blüten- oder Gräserpapieren musst du eventuell ein paar Blüten entfernen, wenn sie genau auf der Knickstelle liegen.

Du kannst auch Formen wie Herzen oder Kreise kontrolliert reißen. Dafür malst du auf der Rückseite des Papiers die Form mit einem feinen Bleistift vor. Dann befeuchtest du die Linie mit einem Pinsel und reißt auch hier wieder die Fasern vorsichtig an der nassen Linie auseinander.

Wenn du als Karte schon ein Büttenpapier mit Büttenkante einsetzt, ist es manchmal sinnvoller das zusätzliche Naturpapier zu schneiden, denn zwei Büttenränder nebeneinander können schnell überladen wirken.   

Willst du ein kleines Heftchen, z.B. für die Kirchenlieder zusammenbinden, eignet sich als Umschlag ein schönes Naturpapier. Angenommen, deine kopierten oder ausgedruckten Liedtexte sind im DIN A 4 Format und du willst das Heftchen falten und mit einem Blütenpapierumschlag versehen: schneide das Blütenpapier zwei,drei Millimeter größer als DIN A 4, dann überdeckt es die Seitenränder und deine weißen Zettel blitzen nicht heraus. Genauso kannst du natürlich mit anderen Formaten oder mit Kartenumschlägen verfahren.

Weitere Tipps zur Verarbeitung findest du in den FAQ

 

Womit klebe ich Naturpapiere?

Grundsätzlich empfehle ich dir zum Kleben wasserlösliche Kleber, die du sparsam einsetzt. Kleine Applikationen kannst du am besten mit einem Klebestift befestigen, so kannst du auch die Klebermenge kontrollieren. Es eignen sich auch Holzleime oder weißer Bastelkleber. Aber bitte beachte: die meisten Papiere sehr saugfähig sind, achte immer darauf, nicht zuviel Kleber zu verwenden. Der Kleber kann durchschlagen oder das Kartenpapier kann nach dem Trocknen wellig werden. Sekundenkleber und lösungsmittelhaltige Kleber eignen sich nicht: sie saugen sich meist durch die Papiere und lassen es schäbig aussehen. Auch Sprühkleber ist für kleine, filigrane Arbeiten ungeignet.

 

Wie viele Papierbögen brauche ich?

Die meisten großen Bögen der Blütenpapiere in meinem Shop werden mit 50 x 70 cm angegeben. Oft sind die Bögen ein wenig größer, aber darauf kannst du dich nicht immer verlassen. Dieses Maß dient zur Orientierung, denn manchmal ist der Bogen etwas schief, die Ränder sind nicht immer gleichmäßig oder der Bogen ist an einer Stelle etwas dünner geschöpft. Also mußt du bei der Kalkulation der benötigten Papierbögen bedenken, dass du nicht immer auf den Zentimeter genau die Stücke aus dem Naturpapier schneiden kannst, die du vorher berechnet hast. Auf der Zuschnitt-Seite findest du viele Beispiele mit Schneidevarianten pro Bogen.

Wenn du Hilfe bei der Mengenkalkulation brauchst, schreibe mich gerne an: Kontakt

Kalkuliere lieber etwas mehr Papier ein, dann bist du auf der sicheren Seite, denn eine spontane Nachbestellung kann unter Umständen schwierig sein. Besonders Papiere mit eingeschöpften Naturmaterialien stehen nicht jederzeit unbegrenzt und immer in der gleichen Ausführung zur Verfügung. Es kommt vor, dass Farbe, Struktur, Oberfläche oder die Art der Einschlüsse von Bogen zu Bogen nuancieren. Mehr dazu kannst du auch im Papierlexikon lesen.

Und noch ein kleiner Tipp: nicht selten verwechseln die Gastgeber die benötigten Einladungskarten mit der Anzahl der Gäste. Gehe deine Gästeliste in Ruhe durch und markiere Familien, Paare, Gruppen, die jeweils nur eine Karte bekommen. So reduziert sich oft die Menge der Karten.

 

Muß ich die Größe oder das Gewicht der Karte beachten?

Deine Karte soll sich gut anfühlen. Das heißt, sie sollte weder hart und schwer sein noch zu schlapp in der Hand liegen. Wenn du also z.B. als Innenkarte schon eine stabile Doppelkarte benutzt, dann kannst du diese mit zarten leichten Seiden- oder Blütenpapieren kombinieren. Ist das gewählte Büttenpapier schon stabil, dann reicht eventuell ein dünnerer Papiereinleger.

Willst du die Karte verschicken, musst du dir auch um das Gesamtgewicht der Karte inklusive Umschlag Gedanken machen. Die Grenze für ein höheres Porto als der normale Brief liegt schon bei 20 g.

Auch die Größe und Dicke der Karte spielt hier eine Rolle: der Standardbrief muss mindestens 14 x 9 cm sein und darf höchstens 23,5 x 12,5 cm sein. Dicker als einen halben Zentimeter darf dein Brief auch nicht sein.

Sobald er größer, kleiner oder dicker ist, kostet er mehr Porto. Wenn du viele Gäste einlädst, die eine Karte zugeschickt bekommen sollen, kann sich das erhöhte Porto in deinem Budget erheblich bemerkbar machen.

 

Wie bedrucke ich Naturpapiere?

Wähle für den Eindruck deiner Karten ein Papier, das dein Drucker verarbeiten kann. Naturpapiere und feine Büttenpapiere lassen sich am besten mit einem Tintenstrahldrucker bedrucken. Viele Laserdrucker sind ungeeignet, da die offenen Strukturen der Naturpapiere die Farbe nicht annehmen und der Druck verschmiert. Teste deinen Drucker mit verschiedenen Papieren. Papiere mit Büttenrändern können nicht von allen Druckern verarbeitet werden. Schneide eventuell eine Kante gerade, damit der Drucker das Papier gleichmäßig einziehen kann.

Vermeide einen Druck auf Papieren mit vielen Blüten und Gräsern. Manche Drucker können zwar sogar auf den groben handgeschöpften Papieren drucken, aber oft ist das Ergebnis nicht besonders schön. Die Schrift wird unleserlich, wenn zu viele Naturelemente vom Text ablenken. Besonders ärgerlich ist es, wenn Blütenblätter nach dem Eindruck abfallen und womöglich wichtige Textanteile wie Datum oder Uhrzeit verlorengehen. Kombiniere hier lieber schöne Naturpapiere mit etwas schlichteren bedruckbaren Papieren, auf denen der Text gut lesbar ist.

Wenn du gerne experimentierst, kannst du auch Teile deiner Karte mit Stempeln bedrucken. Diese Technik passt prima zu Naturpapieren und eignet sich vor allem für zusätzliche Elemente wie z.B. Tags, die du ja sonst nicht einzeln bedrucken kannst. Achte hier darauf, dass der Stempel nicht zu filigran ist, wenn du auf groben Papieren druckst, da sonst der Aufdruck teilweise verlorengehen kann.

Eine sehr zeitaufwendige Art deine Karten zu beschriften ist die Kalligrafie mit der Feder oder dem Pinsel. Auch diese Technik passt wunderbar zu Naturpapieren. Für eine größere Auflage ist diese Technik sicher nicht geeignet, aber vielleicht eine schöne Ergänzung zu deiner Kartengestaltung. Je nachdem wie gut du diese Technik beherrschst, kannst du auch passende Tisch- und Menuekarten schreiben. Für diese Technik sind ebenso die schlichteren Papiere geeignet, damit die schönen Schriften und Texte zur Geltung kommen.

Außerdem musst du für diese Technik Papiere auswählen, die beschriftbar sind, damit die Farbe nicht wie in einem Löschpapier zerfließt. Für die Beschriftung mit der Feder ist zusätzlich zu beachten, dass die Papiere nicht zu porös sind, sonst verhakt sich die Feder in den Papierfasern. Teste hier mehre Papiere, um sicher zu sein, welche Papiere du am besten beschriften kannst.

 

Was muß ich beim Kartentext beachten?

Wähle für die Texte in deinen Karten eine Schrift, die gut lesbar ist. Es gibt viele verschnörkelte, witzige oder dekorative Schriften. Es ist verführerisch, bei der Suche nach der richtigen Schrift mehrere verschiedene Schriften zu verwenden. Das verwirrt eher und schmälert die Wirkung deiner Karte. Am besten nimmst du nur eine Schriftart. Wenn du einzelne Wörter hervorheben willst kannst du sie z.B. größer schreiben. Das kleine Gedicht oder der passende Bibelsatz darf als Ausnahme auch mal andersfarbig sein. Der Einladungstext für einen Kindergeburtstag kann sicher bunter und verspielter sein als die Einladung zu einem Firmenjubiläum. Die herzliche Einladung, die Danksagung und die wichtigen Informationen deiner Karte sollen aber gut lesbar und für deine Gäste passend sein.
Auch die Schriftgröße spielt eine Rolle. Achte darauf, dass alle wichtigen Informationen gut lesbar sind.

Wenig Sinn macht, es so viel Text wie möglich in deine Karte zu schreiben. Wenn das Gewicht deiner Karte es hergibt, kannst du besser noch einen zusätzlichen dünnen Einleger mit einem besonderen Text in deine Karte legen. Beschränke dich in der Hauptkarte aber auf die wichtigen Informationen.

Ein zusätzlicher Texteinleger kann auch helfen, Gäste zu verschiedenen Anlässen einzuladen. Wenn du z.B. nur einen Teil deiner Gäste nach der Trauung zu einem besonderen Dinner einladen willst, erhalten nur diese Gäste die Einladung, alle anderen Gäste erhalten die Karte ohne Einleger.

Überlege dir vorher, wie du deine Gäste ansprechen möchtest: sind nur Paare oder Familien eingeladen? Gibt es Singles unter den Gästen? Kannst du alle Gäste duzen? Wenn du deinen Text geschickt formulierst, um die Unterschiede zu umgehen, wird der Text eher unpersönlich wirken. Entscheide dich lieber für verschiedene Texte innerhalb des Druckvorgangs. Um unnötige Fehldrucke zu vermeiden solltest du bei dieser Variante deine Gästeliste schon einigermassen vollständig haben.

Bevor du deine Karten nun endgültig druckst, achte noch einmal darauf, dass sich keine Rechtschreib- oder Tippfehler eingeschlichen haben. Am besten liest die Karte nochmal jemand durch, der nichts mit den ganzen Vorbereitungen zu tun hatte und sich unvoreingenommen auf die wichtigen Daten und die Rechtschreibung konzentrieren kann.

 

Woher bekomme ich Ideen für meine Karten?

Bevor du auf Ideensuche gehst, mach dir Gedanken darüber, was du schön findest … welche Farben oder welches Material gefällt dir? Du kannst Bastelzeitschriftten oder Themenbroschüren durchblättern, durch Geschäfte laufen und dich inspirieren lassen. Floristen, Creativgeschäfte, Kunsthandwerkermärkte oder Hochzeitsmessen sind ideale Orte, Ideen zu finden.

Die wahrscheinlich größte Quelle ist vielleicht das Internet mit seiner virtuellen Vielfalt. Hier findest du auch viele Fotos von Karten zu allen Themen und in vielen Variationen. Du kannst dich auch an meinen Kartenbeispielen orientieren.

 

Darf ich Ideen von anderen verwenden, was muss ich beachten?

Bei allen Bildern, Vorlagen, Fotos, Texten oder Zeichnungen, die du findest und die dir gefallen, denke immer daran, dass hier eventuell Urheberrechte vorliegen und du diese Ideen nicht ungefragt übernehmen darfst. Inspirationen sind erlaubt, auch darfst du für dich privat ein paar Karten selber machen, die einer abgeschauten Karte ähneln. Aber Achtung bei der Vervielfältigung von Bildern, Fotos und Texten, die du im Netz findest: Wenn es nicht ausdrücklich erlaubt ist, dass du diese Dokumente verwenden darfst, dann ist es verboten!

Noch wichtiger ist es, sich an die Gesetzeslage zu halten, wenn du gewerblich arbeitest. Dann darfst du z.B. auch keine Kartenideen einfach übernehmen, mehrfach produzieren und sie dann auf dem Kunsthandwerkermarkt verkaufen oder sie in deinem Shop einstellen. Wenn du eine Idee oder ein Dokument von jemandem benutzen willst, brauchst du eine Erlaubnis bzw. eine Lizenz, die eventuell auch etwas kostet. Meine Empfehlung an dich: keine Idee ohne Erlaubnis übernehmen, arbeite lieber mit deinen eigenen Ideen, dann bist du auf der sicheren Seite.

Karten, die du in meinem Shop findest, darfst du für dich privat nachmachen – sprich mich an, wenn du die Karten gewerblich herstellen willst.

 

Und nun wünsche ich dir viel Spaß bei der Kartenherstellung! Weitere Informationen über Naturpapier und die Verarbeitung findest du im Papierlexikon und in den FAQ